Beastie Boys Homebrew-Flipper

Unbezahlte Werbung / Fundstück bei Northwest Pin & Arcade Show

Veröffentlicht am 19.06.2026 von Flipper-News

Auf der diesjährigen Northwest Pinball & Arcade Show zog ein ganz besonderer Flipper die Aufmerksamkeit vieler Besucher auf sich: „Beastie Boys“, ein vollständig selbst entwickelter Homebrew-Pinball-Automat, der die Musik und Energie der legendären Hip-Hop-Pioniere auf beeindruckende Weise ins Flipperformat übersetzt. Hinter dem Projekt stehen Mike und Steven aus Seattle, zwei leidenschaftliche Flipperfans, die sich eine einfache Frage stellten: Warum gibt es eigentlich noch keinen Beastie-Boys-Flipper?


Die Idee begleitete Mike bereits seit Jahren. Vor rund zwei Jahren fasste er schließlich den Entschluss, das Projekt selbst in die Hand zu nehmen. Aus seinem Keller wurde eine Werkstatt, in der ein komplett eigener Flipper entstehen sollte, also kein Umbau eines bestehenden Geräts, sondern eine vollständige Neuentwicklung.

„Es sollte etwas Eigenständiges werden“, erklärt Mike. Also begann er mit einer leeren Spielfeldplatte, Kartonschablonen und einer Sammlung von Ideen aus seinen Lieblingsflippern. Digitale Simulationsprogramme spielten dabei kaum eine Rolle. Stattdessen wurden Rampen, Ballführungen und Mechaniken direkt auf dem physischen Spielfeld ausprobiert, verschoben und neu gebaut.

Die entscheidende Verstärkung

Was zunächst wie ein chaotisches Frankenstein-Projekt aussah, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem spielbaren Flipper. Einen großen Entwicklungsschub erhielt das Projekt vor etwa neun Monaten, als Steven dazustieß. Während Mike sich vor allem auf Konstruktion, Layout und Mechanik konzentrierte, übernahm Steven die Softwareentwicklung. Dabei profitierte er vom Mission Pinball Framework (MPF), einer Open-Source-Plattform, die speziell für Homebrew-Projekte entwickelt wurde.

Innerhalb einer Woche war bereits der erste Spielmodus mit dem Titel „Intergalactic“ spielbar. Von dort aus wuchs das Regelwerk kontinuierlich weiter.


Heute verfügt der Homebre „Beastie Boys“ über:

  • acht Hauptspielmodi
  • drei Mini-Wizard-Modes
  • einen nahezu fertigen Super-Wizard-Mode
  • zahlreiche Nebenmissionen
  • Sammelobjekte in Form von Instrumenten
  • komplexe Multiplikator-Systeme
  • mehrere Multiball-Modi

Das Ziel war bewusst kein leicht zugänglicher Casual-Flipper. Beide Entwickler spielen selbst Turniere und wollten ein Spiel erschaffen, das langfristig fordert und belohnt.

Homebrew bedeutet Teamarbeit

Im Gespräch wurde schnell deutlich, dass ein modernes Homebrew-Projekt weit mehr als eine Ein-Mann-Leistung ist. Mike verweist auf die enorme Unterstützung aus der Homebrew-Community. Besonders wichtig waren dabei das Trident Pinball Discord-Netzwerk sowie zahlreiche Entwickler und Hersteller aus der Szene.

Ausgangspunkt des Projekts war ein Bausatz von Ernie Silverberg, der über Trident Pinball Homebrew-Kits anbietet. Doch wie Mike schmunzelnd anmerkt: Das Wort „Kit“ klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Zwar enthält ein solches Paket die Grundstruktur des Gehäuses, Teile des Whitewoods und die Elektronikbasis. Doch nahezu alle weiteren Komponenten müssen individuell beschafft, angepasst oder sogar selbst gefertigt werden. Für den Beastie-Boys-Flipper bedeutete das unter anderem:

  • individuelle Metallarbeiten
  • selbst gefertigte Halterungen
  • ein speziell angefertigtes Lautsprecherpanel aus wasserstrahlgeschnittenem Edelstahl
  • zahlreiche Sonderlösungen für Gehäuse und Kopfteil

„Es ist wahrscheinlich das Schwierigste, was ich je gemacht habe“, sagt Mike. „Aber gleichzeitig auch das Belohnendste.“

Neben den technischen Helfern spielten auch Familie und Freunde eine wichtige Rolle. Mikes Freundin Kelly unterstützte das zeitintensive Projekt ebenso wie Stevens Ehefrau, die maßgeblich an Grafiken, Kunststoffteilen und dem finalen Artwork beteiligt war. Zahlreiche Bauteile stammen von Marco Specialties und Pinball Life. Die Elektronik basiert auf dem modernen FAST Pinball Neuron-System, das sich in der Homebrew-Szene zunehmend etabliert.

Mehr als 30 Songs im Spiel

Thematisch schöpft der Flipper aus dem umfangreichen Werk der Beastie Boys. Über 30 Songs wurden in unterschiedlichen Varianten integriert. Für Mike war die Wahl des Themas von Anfang an naheliegend. Die Musik der Beastie Boys habe seine Jugend geprägt. Besonders die erste Begegnung mit „Paul Revere“ sei ein Schlüsselmoment gewesen. Diese persönliche Verbindung spiegelt sich im gesamten Projekt wider. Der Flipper versteht sich nicht nur als Musikmaschine, sondern als Hommage an eine Band, die mehrere Generationen begleitet hat.

Kurz vor der Northwest Pinball & Arcade Show erhielt das Projekt noch ein entscheidendes Upgrade. Erst wenige Tage vor der Messe wurde das endgültige Spielfeld eingebaut und das bisherige Whitewood ersetzt. Das Ergebnis überraschte selbst die Entwickler: Das Spielgefühl wurde deutlich schneller und dynamischer.

„Es spielt sich wahrscheinlich 80-mal schneller als vorher“, scherzt Mike. Besucher der Messe konnten den Flipper erstmals in dieser nahezu finalen Version erleben und sich durch die verschiedenen Modi, Multiballs und Missionsstränge spielen.

Beastie Boys Pinball Homebrew Edition: Exclusive Interview, Gameplay & Full Design Process | 4K

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