Wie Stern ein 3-Min-Erlebnis baut

Unbezahlte Werbung / Flipper-Marktführer mir eigener Strategie

Veröffentlicht am 04.03.2026 von Flipper-News

Flipperautomaten sind ein Gesamtkunstwerk, das Alt und Jung fasziniert. Im Zentrum vom Stern-Besuch des YouTube-Kanals CoinReturn stehen Design-Chef George Gomez und seine Philosophie: Pinball als verdichtetes Entertainment-Erlebnis, das in wenigen Minuten alles liefern muss, was ein Spieler von „seinem“ Flipper erwartet. Gomez formuliert es glasklar: Er versteht sich und sein Team als „Masters of this three minute experience“.

Stern-Design-Chef und Branchen-Veteran George Gomez | Bildquelle: Youtube-Kanal CoinReturn

In diesen drei Minuten muss ein Gerät drei Dinge schaffen: deine Aufmerksamkeit fangen, dich unterhalten und dich soweit abholen, dass du bereit bist, direkt wieder zu starten bzw. erneut zu bezahlen. Das sei die Brille, durch die er das gesamte Produkt betrachtet: Layout, Regeln, Effekte, Audio, alles wird auf diese kurze, intensive Erfahrung hingetrimmt. Nur so sei der Erfolg des Marktführers bis ins Jahr 2026 zu erklären.

Kunst wie ein Filmplakat: Stern

Bevor auch nur eine Kugel rollt, beginnt das Gamedesign bei ihm mit der Frage: Wie entscheidet ein Spieler in der Location überhaupt, welchen Flipper er auswählt? Seine Antwort: Die Kunst muss wie ein Filmplakat funktionieren. Das Backglass und Cabinet sollen in Sekunden klar machen, worum es thematisch geht, und gleichzeitig die Fantasie triggern: „Das will ich erleben.“ Die Optik ist damit nicht Deko, sondern der erste Level des Game Designs.

Eine gepflegte Flipper-Arcade in den USA | Bildquelle: Youtube-Kanal CoinReturn

Gomez spricht von Pinball als „World under Glass“, eine kleine Welt, in die du mit dem Startknopf eintauchst. Er denkt den Flipper dabei nicht nur als Gerät, sondern als Medium: So wie Ölmalerei oder Aquarell verschiedene Formen von Kunst sind, ist der Flipper seine eigene Ausdrucksform. Besonders bei lizenzierten Themen (Deadpool, Godzilla, The Mandalorian etc.) geht es ihm darum, dass sich diese Welt wirklich so anfühlt, klingt und aussieht wie die Marke, die sie repräsentiert. Du sollst nach wenigen Sekunden vergessen, dass du „nur“ an einem Automaten stehst.

Behind the Glass | A Tour of Stern Pinball’s Factory

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Haptik statt reiner Bildschirmwelt

Stern-Marketing-Chef Zach Sharpe erklärt in der Videoreportage, für einen Automaten mit etwa 25.000 bis über 30.000 Einzelteilen seien „roughly 30 people hours from start to finish“ – also etwa 30-Arbeitsstunden nötig. Für Gomez ist der Flipper ein umfassendes Entertainment-Paket: Audio, visuelle Effekte, mechanische Transformationen und die Bewegung der Kugel verschmelzen zu einem Erlebnis. Ein Kern seiner Philosophie ist der physische Charakter von Pinball. Am Ende kämpfst du immer gegen die Schwerkraft: ein Gefühl, das ein Videospiel nicht 1:1 abbilden kann. Der Screen ist bei modernen Sterns zwar vorhanden, aber bewusst „peripher“: Das eigentliche Spiel findet unter der Scheibe statt, nicht auf dem Display.

Spannend ist auch, wie nüchtern Gomez die Balance aus Leidenschaft und Wirtschaftlichkeit beschreibt. Er liebt das „gigantische Spielzeug“ Pinball, gleichzeitig spricht er offen über Kosten, Zuverlässigkeit, Servicefähigkeit und Lizenzanforderungen. Ein guter Titel muss die erste Münze über Thema und Optik ziehen, aber ohne starkes Gameplay darunter bringt die beste Marke nichts. Seine Design-Philosophie ist damit immer beides: romantische Vorstellung von einer Welt unter Glas und knallharte Produktentwicklung, die am Ende weltweit funktionieren muss. Auch kommerziell.

The Decades-Long War On Pinball | Still Standing | Business Insider

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